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Ab Montag 2. November verkehren unsere Züge wieder planmäßig bis Gammertingen.
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Die Plattformwagen

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Beschreibung

Die “Donnerbüchsen”
Nahverkehrswagen der 1920er Jahre

Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Schienen in Deutschland noch nicht wie heutzutage üblich durchgehend verschweißt, sondern die einzelnen Schienen waren mit Laschen verschraubt, so dass es sehr viele Schienenstöße gab. 
Nun waren früher ebenso noch dreiachsige Wagen üblich, deren Mittelachse die Schienenstöße recht gut dämpften. Aus Kosten- und Gewichtsgründen wurden aber nach dem 1. Weltkrieg fast nur noch zweiachsige Personenwagen beschafft, diese rumpelten aber “dank” der fehlenden Mittelachse “besser” über die Schienenstöße. Die Wagen hatten anfangs noch hölzerne Wagenkästen und teilweise auch Holzrahmen, so daß sich die Lärmentwicklung noch in Grenzen hielt.

Ab 1921 kamen dann die ersten Wagen der sogenannten “Donnerbüchsen”-Bauarten auf, auch diese hatten anfangs noch hölzerne Wagenkästen, die mit Blech verkleidet waren, sowie hölzerne Dächer (Hölzerne Bauart). Doch noch 1921 stand fest, daß die Wagen künftig (bis auf die Dächer) komplett aus Eisen gebaut werden sollen (Eiserne Bauart). Dies hatte einen Anstieg der Fahrgeräusche im Vergleich zur hölzernen Bauart zur Folge. 1926 kam dann schließlich die Ganzstahlbauart auf, nun wurden auch die Dächer aus Stahlblechen gefertigt. Die Fahrgeräusche nahmen noch mehr zu, und der gesamte Wagenkasten dröhnte während der Fahrt recht stark, weil zwischen Rad und Schiene und dem Dach keinerlei Dämmung mehr vorhanden war. Man nannte dies “Donnern”, und so kam es zum Spitzname “Donnerwagen”, später dann “Donnerbüchse”, unter dem diese Wagenfamilie bis heute jedem Eisenbahnfreund geläufig ist. Der Name “Donnerbüchse” ist somit eigentlich nur für die Wagen ab der Ganzstahlbauart zutreffend. Da aber auch die älteren Bauarten viele Gemeinsamkeiten mit den späteren Typen aufweisen und im Betrieb nur unwesentlich leiser sind, werden die älteren Typen oft auch als “Donnerbüchsen” bezeichnet. Besonders bei manchen Modelleisenbahnern ist der Name “Donnerbüchse” aber fälschlicherweise das Synonym für alle zweiachsigen Plattformwagen, egal welcher Herkunft!

Der Donnerbüchsenzug der Schwäbischen Alb-Bahn
Vom Ruhrgebiet auf die Schwäbische Alb - Und an den Schluchsee

Anlässlich der Landesgartenschau in Oberhausen im Jahr 1999 nahm die Stadt Oberhausen in Zusammenarbeit mit der Historischen Eisenbahn Oberhausen und der Emscher Park-Eisenbahn GmbH ein Großprojekt für Eisenbahnfreunde auf. Ein kompletter Zug aus Donnerbüchsen sollte wieder in altem Glanz erstrahlen. Passend hierzu wurde auch ein Zugpferd gefunden. Die 78 468 ist heute die einzige betriebsfähige preußische T18 in Deutschland und repräsentiert würdig diese eindrucksvolle Baureihe, die einst in über 500 Exemplaren über deutsche Gleise fuhr.

Anfang 2001 umfasste das Projekt neben der 78er stolze 6 Wagen die in einen hervorragenden Zustand versetzt werden konnten. Leider sah sich die Historische Eisenbahn Oberhausen in den Folgejahren mit einem starken Schwund an aktiven Mitgliedern konfrontiert, was zu immer weniger Einsätzen des Zuges führte. Die 78 468 wurde schließlich an die Eisenbahn-Tradition in Lengerich abgegeben, während die Wagen weiterhin im Bahnbetriebswerk Krefeld abgestellt waren.

Anfang 2009 wurden dann die Mitglieder der SAB über eine Anzeige beim VDMT auf den Zug aufmerksam. Da die Mittel zum Kauf aller 6 Wagen damals nicht ausreichten, wurde zunächst ein Mietvertrag gechlossen. Das Ziel der Eigentümer in Krefeld bzw. Oberhausen, dass der Zug gepflegt wurde und in Betrieb war, konnte durch die Vermietung erreicht werden. Im September 2009 fand schließlich die Überführung des Zuges nach Reutlingen für das anstehende Jubiläum statt. Seit dem waren die Wagen regelmäßig auf der SAB eingesetzt. Auch auf der Sauschwänzlebahn und der Drei-Seen-Bahn waren sie zu Gast und haben viel Publikum mit ihren offenen Plattformen erfreut.

Im Mietvertrag war eine Kaufoption enthalten, zu der sich die SAB im Laufe des Jahres 2015 äußern musste. Die erforderlichen Mittel waren immer noch erheblich. Allerdings wäre die ganze Arbeit und das Kapital, das in sieben Jahren Mietdauer in die Fahrzeuge geflossen war, dahin gewesen wenn es nicht gelungen wäre, die Fahrzeuge zu erwerben. Zusammen mit der Drei-Seen-Bahn wurde ein Konzept entwickelt, das den Verbleib des gesamten Zuges in Süddeutschland ermöglicht und auch weiterhin den gegenseitigen Austausch von Fahrzeugen vorsieht. In gemeinsamer Anstrengung ist es schließlich Anfang 2016 gelungen, alle sechs Wagen zu kaufen. Die Wagen 36 404, 83 282 und 83 117 gingen an die Drei-Seen-Bahn, die Wagen 81 293, 27 171 und 82 951 blieben bei der SAB.

 

Ci 81 293 – Die “Holzbüchse”

Die älteste Donnerbüchse bei der SAB ist der 81 293. Er wurde 1922 als 81 293 Erfurt in der Bauart Di-21 (später Cid-21) gebaut. Dieser zweiachsige Wagen der dritten Klasse wiegt 18,4 Tonnen und ist 13,92 Meter lang. Gebremst wird der Wagen mittels einer Druckluftbremse der Bauart Kunze-Knorr. Er verfügt über offene Einstiegsplattformen mit jeweils 10 Stehplätzen und 55 Sitzplätze in der dritten Klasse (Bestuhlung 3+2). Die Heizung ist ausschließlich mit Dampf zu betreiben. Für die Stromversorgung der Glühlampenbeleuchtung sorgen ein Generator sowie eine 24V-Batterie. In der Wagenmitte befindet sich ein Abort.

Eine Besonderheit dieses Wagen gegenüber den anderen Donnerbüchsen ist der hölzerne und nicht aus Stahlprofilen gebaute Wagenkasten. Eigentlich trifft der Spottname „Donnerbüchse“ also auf den 81 293 gar nicht zu, denn das Dröhnen und Donnern der Wagen entstand nur durch den Resonanzkörper der durch die Stahlkonstruktion bedingt war.

Dieser Wagen ist im Bereich der ehemaligen DDR-Reichsbahn erhalten geblieben, erkennbar ist dies noch heute an den fensterlosen Schiebetüren. Im Jahr 2001 wurde er dann in Tschechien einer Hauptuntersuchung sowie einer Restaurierung des Innenraums unterzogen. Der Wagenkasten wurde dabei lediglich ausgebessert und das Dach im alten Zustand belassen.

In Münsingen hat der Wagen 2011 neben einer Überarbeitung der Achsen auch eine neue Dachhaut bekommen, die alte Dachplane war über die Jahre nur mit Flüssigbitumen überzogen worden und an mehreren Stellen undicht geworden. 2016 zeigten sich starke Durchrostungen an den Seitenblechen, worauf der Wagenkasten geöffnet wurde und starke Schäden an der tragenden Holzkonstruktion zeigte. Dies war die versetzte Folge der zunächst nicht sichtbaren Schäden durch eindringendes Wasser über die undichte Dachhaut. Neben einer gründlichen Reparatur der Holzteile wurden beide Seitenwände neu verblecht, der Wagen frisch verspachtelt und hochglanzlackiert. Eigentümer dieses Wagen ist der SAB e.V.

BPwif 82 951 – Die “Steuerbüchse”

Dieses Fahrzeug stellt unter den in Deutschland noch verbliebenen Donnerbüchsen eine Besonderheit dar. Er ist einer von nur zwei  erhaltenen „Steuerwagen“, verfügte also ursprünglich über einen Führerstand und entsprechende Signaleinrichtungen im Steuerabteil bzw. Gepäckraum.

Gebaut wurde der 82 951 im Jahr 1927 bei Linke-Hoffmann in Breslau in der Bauart Di-27. Er wurde zunächst der Reichsbahndirektion Frankfurt zugeteilt. Heute verfügt er aufgrund des Gepäckraums über 42 Plätze in der dritten Klasse, wegen des Führerstands trägt er heute die für diese Wagen untypische Bauartbezeichnung CPwif. Wie alle Wagen ist auch er dampfbeheizt und verfügt über einen Generator sowie eine Batterie für die Beleuchtung. Eigentümer dieses Wagen ist der SAB e.V.

27 171 – Der Bufettwagen

Der einzigen Wagen des Zuges mit geschlossenen Einstiegsbühnen ist der Barwagen 27 171 Esn. Er wurde 1929 bei den Gebrüder Schöndorff in Düsseldorf gebaut und gehörte zur Bauart Bi-29. Er gehörte damit der zweiten Wagenklasse an und bot komfortable 40 Sitzplätze. Zunächst der Reichsbahndirektion Hannover zugeordnet, überlebte der Wagen wie auch der 83 282 Esn im nordrhein-westfälischen Geldern als Kraftstellwerkswagen und Lager. Mit einem Gewicht von 20,4 Tonnen und einer Länge von 14,04 Metern lehnt er sich ansonsten in seiner Konstruktion stark an die anderen Donnerbüchsen an.

Heute ist der 27 171 als Bufettwagen der Mittelpunkt vieler Zugfahrten. Er verfügt für den Barbetrieb außerdem noch über einen Generator, ausreichend Kühlmöglichkeiten sowie über eine lange Theke. Im Sommer 2014 erhielt der Wagen eine Fahrwerks-Hauptuntersuchung in Münsingen. Im Winter 2015 wurde der Innenausbau des Wagens komplett saniert. Neben einem völlig neuen Boden samt Unterkonstruktion wurden neue Wandvertäfelungen sowie vier Esstische mit gemütlichen Tischlampen und 8 Sitzbänke eingebaut. Auch die Elektrik und die Theke wurden erneuert. Eigentümer dieses Wagen ist der SAB e.V.

52 787 - Der Achertäler

Durch die Kooperation mit dem Achertäler Eisenbahnverein haben die drei verbliebenen der einstmals sechs Donnerbüchsen wieder Zuwachs bekommen. Es handelt sich dabei um einen zweiachsigen Einheits-Durchgangswagen der 3.Klasse der Bauart Ci-26 der Deutschen Reichsbahngesellschaft (DRG). Zwischen 1926 und 1927 wurden insgesamt 77 Wagen dieser Baureihe von verschiedenen Herstellern (u.a. Waggonfabrik Rastatt) hergestellt. Der Wagen wurde sofort nach seiner Ankunft aus Offenburg im Herbst 2016 einer Hauptuntersuchung in der SAB-Werkstatt Münsingen unterzogen. Dabei wurden neben den bahnamtlich vorgeschriebenen Arbeiten die Radreifen neu profiliert sowie die gesamte Bremsanlage instandgesetzt, das Fahrgestell komplett entrostet und neu lackiert. Außerdem erhielt der Wagen einen neue Warmluftheizung der Bauart Webasto. Eigentümer des Wagens ist der Achertäler Eisenbahnverein e.V.

 

Die hölzernen Wagen aus der Länderbahnzeit (bis 1918)

Personenwagen Ci 14

Dieser Wagen kam ebenfalls mit aus dem Achertal. Es handelt sich nicht um eine Donnerbüchse, sondern er gehört zu einer Fahrzeuggeneration vorher, den Personenwagen mit Holzaufbau der Länderbahnzeit. mit seinen 8,6 Metern Länge ist es das kleinste Fahrzeug und mit dem Baujahr 1896 gleichzeitig das Älteste. In der Nachkriegszeit war der Wagen viele Jahre auf der Bühlertalbahn und zuletzt auf der Nebenbahn Bad Krozingen-Münstertal-Sulzburg eingesetzt. Seit 1968 war der Ci 14 Bestandteil des historischen Dampfzuges im Achertal. Der Wagen besteht aus Holz mit Ausenverblechung, die im Winter 1984/1985 erneuert wurde. Das sehr einfach gehaltene Fahrzeug befindet sich nahezu im Original-Zustand und ist mit seinem kleinen Kohleofen in Wagenmitte schon nach kurzer Zeit zum Publikumsliebling bei der SAB geworden. Eigentümer dieses Kleinods ist der Achertäler Eisenbahnverein e.V.

Personenwagen C 15

1903 baute vermutlich die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) für die Nebenbahn Reutlingen-Gönningen diesen hölzernen Personenwagen. Andere Quellen berichten von der Waggonfabrik Busch in Bautzen als Erbauer dieses Fahrzeugs. Gegenüber den damals an die Staatsbahn gelieferten Wagen kommt er uns heute auf jeden Fall nachgerade spartanisch vor. Sparsam schwäbisch verfügt er über keinerlei Zierrat, wenn man von den Dachstützen über den Einstiegen einmal absieht. Und auch diese sind im Vergleich zu anderen Wagen dieser Zeit äußerst einfach gehalten. Somit besteht mindestens über die Frage, dass er nach Reutlingen geliefert wurde, kein Zweifel. Denn wo wurde wohl mehr auf das Geld geschaut, als in der Stadt der Millionäre? Charakteristisch ist das relativ stark gewölbte Dach, was für die Wagen dieser Zeit eher untypisch war. Der Wagen hatte anfangs die Nummer WN 9, kam später zur Tälesbahn Nürtingen-Neuffen der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft mbH (WEG) und schließlich zur Lokalbahn Amstetten-Gerstetten, wo er als "WEG Nr. 3" relativ lange (bis 1975) noch als Verstärkungswagen für die Triebwagenzüge im Einsatz stand. Dort kaufte ihn die Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen e.V. (GES), in deren Eigentum der Wagen noch heute ist. Die GES unterzog den Wagen Mitte der 1980er Jahre einer Totalrekonstruktion, bei welcher der komplette Wagenkasten neu aufgebaut wurde und am Fahrgestell umfangreiche Erneuerungen vogenommen wurden. Im Rahmen der Kooperation mit der GES sorgt die SAB seit 2013 für den betriebsfähigen Unterhalt dieses historisch sehr interessanten Wagens mit seinem ganz besonderen regionalen Bezug. 

Personenwagen Ci 133

In den Jahren 1922 bis 1928 beschaffte die Gruppenverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft eine Reihe von Lokalbahnwagen, die sich stark an die von der Bayerischen Staatseisenbahn entwickelten Typen anlehnten. Der Ci 133 wurde 1926 als LBi 8078 für 17.800,00 Reichsmark an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. 1961 wurde er an
die private DEBG verkauft, welche ihn im Ausbesserungswerk Bodenwerder zum Triebwagenanhänger für die Achertalbahn umbauen ließ. Dabei erhielt er eine Webasto-Heizung, fest eingebaute Schlussleuchten und eine Innenverkleidung aus Hornitex-Platten. Rot lackiert, mit beigen Zierstreifen, wurde er auch auf dem Wieslocher Netz verwendet. Von 1968 bis 2013 war er im historischen Dampfzug der Achertalbahn eingesetzt. Im Winter 1989/90 wurde durch die SWEG das Dach erneuert. Der "133er" kam ebenfalls 2016 aus Offenburg nach Münsingen und stellt als Vertreter der Interimszeit zwischen Länder- und Reichsbahnzeit das Bindeglied zwischen den "moderneren" Donnerbüchsen und den hölzernen Länderbahnwagen her. Eigentümer dieses Wagens ist der Achertäler Eisenbahnverein e.V.

 

Weitere Bilder

Donnerbüchse 81293
81 293 Sanierung Dach
Donnerbüchse 27171 Barwagen Innenraum
Donnerbüchse 27171 Barwagen
Donnerbüchse 81293 Innenraum
Donnerbüchse 81293
Donnerbüchse 82951
Donnerbüchse 82951
Steuerwagen 82 951
Wagen 81 293 auf den Hebeböcken
Winterfahrten Zugschluss
SAB-Buffettwagen_Restaurierung_Einbau_neuer_Sitze
SAB_Donnerbuechse_Reparatur_Seitenwand
SAB_Donnerbuechse_Neulackierung

Kontakt

Reisedienst der
Schwäbischen Alb-Bahn

Bahnhofstraße 8
72525 Münsingen

Tel. 0800 4447673 (kostenfrei)

reisedienst@alb-bahn.com
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Mo - Fr: 8:30 – 14:00 Uhr (außer an Feiertagen)

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